Icon der Studierendenvertretung Bamberg Glasfront am Kranen 1

Umweltschutz im Großen und Kleinen

15.02.2024 | Gendern, Haushalt, Nachhaltigkeit, Nachhaltigkeitsmonat, Nie wieder, StuPa, Vogelschutz

Ein Potpourri sehr unterschiedlicher Themen beschäftigte am vergangenen Donnerstag das Studierendenparlament: Vom Weg der Universität in Richtung Klimaneutralität ging es bis hin zu ganz konkreten Maßnahmen zum Schutz von Vögeln. Auch inklusive Sprache, demokratieverachtende Schmierereien und die Haushaltslage standen an diesem Abend auf der Tagesordnung.

Strategie für eine nachhaltige Universität

Zu Gast in dieser Sitzung war Theresa Riedel aus dem Nachhaltigkeitsbüro. Sie und ihre Kolleg:innen koordinieren die Entwicklung der Universität Bamberg in eine nachhaltigere Zukunft. Ein Ziel für das Jahr 2024 ist eine Nachhaltigkeitsstrategie, in der Maßnahmen, Ziele und Indikatoren auf dem Weg zur Klimaneutralität festgehalten werden. Allen Studierenden, die sich an dieser Entwicklung beteiligen möchten, stehen die verschiedenen Arbeitsgruppen der Steuerungsgruppe Nachhaltigkeit offen.

Unter den Anwesenden entspann sich eine umfangreichere Diskussion, wie gut die Einbindung der Studierenden bei diesem Thema aktuell funktioniert. Einig waren sich die Debattierenden darin, dass Studierenden eine tragende Rolle zukommen sollte. Wer dies ganz praktisch angehen möchte, kann sich mit Projektideen für den Nachhaltigkeitsmonat Mai 2024 bewerben. Die Aktionen können auch finanziell gefördert werden.

Für freie und inklusive Sprache

Kürzlich sorgte eine Ankündigung des bayerischen Ministerpräsidenten Markus Söder für Schlagzeilen, in der er ein Verbot von geschlechtergerechter Sprache in Schulen und Verwaltungen ankündigte. Auf Antrag der Bamberger Grün-Linken Studierendeninitiative (BAGLS) schloss sich die Studierendenvertretung Bamberg nun einem offenen Brief an, der dies ablehnt.

In dem Brief kritisieren inzwischen fast 8.000 unterzeichnende Organisationen und Einzelpersonen ein solches Verbot als Verstoß gegen das Grundrecht auf freie Persönlichkeitsentfaltung und den Grundsatz der Gleichbehandlung. An den Ministerpräsidenten richten sie die Forderung, „den Schulen, Hochschulen und Verwaltungen die Freiheit zu überlassen, wie sie in ihrer Sprache Gleichbehandlung ausdrücken wollen“.

Demokratiefeindliche Schmierereien

Ein zweiter Antrag der BAGLS widmete sich zwei Fällen von politisch motivierter Sachbeschädigung. Das Studierendenparlament formuliert dazu dieses Statement:

Anfang Februar ist es im Bugershof (An der Universität 5) und am Schillerplatz (Orientalistik) zu einem Vorfall gekommen, bei dem eine Fläche der Universität mit eindeutig nationalsozialistischer Symbolik beschmiert wurde. In einem Zentrum der Forschung und Wissensvermittlung wurde auf diese Weise versucht, völkischer Ideologie einen prominenten Platz einzuräumen.

Als Studierendenparlament verurteilen wir diese Tat aufs Schärfste. Wir fordern eine rasche Aufklärung dessen, was nicht nur einen Verstoß gegen das Gesetz, sondern auch gegen die grundlegendsten Prinzipien unserer Universität darstellt. Es kann in keinem Maßstab, auch nicht dem kleinsten, angehen, dass dieser Raum für völkische Propaganda missbraucht wird. Es liegt an den zuständigen polizeilichen Behörden, diese Straftat aufzuklären und Verantwortliche der Justiz zuzuführen, doch es liegt an allen Angehörigen der Universität, sich auf ihre Weise gegen das manifest nationalsozialistische Gedankengut einzusetzen, mit dem sie konfrontiert werden.

Es ist klar: Das, wofür diese Symbolik steht, wäre das Ende der freien Lehre, des freien Lernens, des freien Lebens. Wir verstehen es daher auch als Pflicht aller verantwortlichen Personen und Institutionen, sich gegen ein Wiedererstarken der NS-Ideologie einzusetzen, in welcher Erscheinung sie auch zurückkommen mag.

Statement des Studierendenparlaments gemäß Beschluss vom 8. Februar 2024

Initiative zum Schutz von Vögeln

Der letzte Antrag des Abends befasste sich mit den Fassaden der Universität. Wie die Antragsteller:innen der Fachschaft Humanwissenschaften persönlich miterleben mussten, werden Glasfronten immer wieder zu tödlichen Fallen für Vögel. Sie erkennen häufig nicht rechtzeitig, dass sie auf eine Barriere zufliegen. Abhilfe schaffen können verschiedene, sichtbare Anpassungen der Fassade.

In seinem Beschluss fordert das Studierendenparlament die Universitätsleitung auf, an Universitätsgebäuden Vogelschutz anzubringen. Als Orientierung hierfür können die Richtlinien der Wiener Umweltanwaltschaft dienen.

Frischer Wind für 2024

Der Sprecher:innenrat legte einen Finanzbericht für das Haushaltsjahr 2023 vor. Insgesamt wurden vom Studierendenparlament und seinen Referaten 9.579,58 € ausgegeben. Etwa die Hälfte dieser Mittel ermöglichte verschiedene Vorträge, unter anderem im Rahmen der freien uni bamberg.

Auch für das neue Kalenderjahr sind zahlreiche Events geplant – es zeigte sich eine gewisse Aufbruchstimmung. Das Referat für studentisches Leben, das gemeinsam mit dem AStA Bamberg e. V. den Balthasar betreibt, kündigte ein komplettes Makeover dieses beliebten Treffpunkts an. Außerdem konnte das Studierendenparlament mit Martha Niemeyer eine Kennerin der Bamberger Kleinkunstszene für das Kulturreferat gewinnen.

Termine

Für das nächste Semester stehen schon jetzt zwei wichtige Termine fest: Am 18. Juni wird voraussichtlich um 18:30 Uhr das hochschulöffentliche Gespräch mit der Unileitung stattfinden. Am 15. Mai 2024 treffen sich alle interessierten Studierenden zwischen 14 Uhr und 16 Uhr zur Vollversammlung. Alle Termine gibt es wie immer auch im StuVe-Kalender.

Titelbild: Jürgen Schabel / Universität Bamberg

Icon der Studierendenvertretung Bamberg Gläser mit Wasser und Limetten

Wo Wasser und Ketchup fließen

7.02.2024 | Mensa, Nachhaltigkeit, Studierendenvertretung, Studierendenwerk, Wohnheim

Vergangene Woche fand das Gespräch der Studierendenvertretung mit dem Studierendenwerk Würzburg in diesem Semester statt. Das waren die Themen.

So voll war es in der Cafeteria der Mensa an der Feldkirchenstraße selten. Über zwanzig Vertreter*innen der Studierendenvertretung trafen sich vergangenen Dienstag, um mit der Leitung des Studierendenwerks Würzburg zu sprechen. Dabei ging es um die Wohnheime, die Mensen und die Plattform CAMPUSdirekt. Wir blicken optimistisch ins nächste Semester.

Schöner Wohnen

Mit Abschluss der Erneuerung des Wohnheims in der Pestalozzistraße kamen einige Anliegen bei Studierenden auf, die das Schließsystem, Luftabzüge und den Einzug in die neuen Bauabschnitte betrafen. Diese gaben die Studierendenvertreter*innen an die Leitung des Studierendenwerks weiter und bekamen vielversprechende Antworten. So sollen ab April 2024 die neusten Appartments bezogen werden können. Um Mängel, die in den neueren Bauabschnitten jetzt schon bestünden, würde sich außerdem gekümmert. Wer an der Lautstärke seiner Lüftungsanlage verzweifelt, dem könne auch schnell geholfen werden: Eine kurze Meldung an den Hausmeister, ein paar Handgriffe und schon sollte die Situation besser werden. Was die Anliegen bezüglich des neuen Schlüsselsystem, das mit Induktion arbeitet, anging, hieß es, dieses sei gewöhnungsbedürftig, das sollte sich aber mit der Zeit geben.

Mehr Nachhaltigkeit und Transparenz in der Mensa

Den Hauptteil des Gesprächs bildete wieder einmal das Thema Gastronomie. Die Forderung vom Studierendenparlament nach Ketchupspendern statt Portionspackungen wurde erneut diskutiert. Eine Umsetzung sei bisher wohl doch noch nicht geplant gewesen, das Anliegen würde allerdings wieder mitgenommen werden. Viel elementarer wurde der Wunsch nach Wasserspendern in den Speisesälen angebracht, das Studierendenwerk äußerte dabei jedoch Sorgen um seinen Getränkeumsatz. Wie sehr der Wegfall von Einnahmen durch den Getränke-, genauer Wasserflaschenverkauf, den Umsatz beeinflussen würde, soll künftig evaluiert werden. Gegebenenfalls wäre dann ein Pilotprojekt mit Wasserspendern denkbar.

Dabei hilfreich werden könnte die Erhebung zur Nutzung der Mensa, die die Fachschaft Sozialwissenschaften (SOWI) Anfang des Jahres durchgeführt hatte. Die Umfrage erfasste Fragen nach Essenspräferenzen, Getränkekonsum, aber auch andere Themen wie den Betrag, den Studierende bereit wären für ihr Mittagessen zu zahlen. Die Ergebnisse findet ihr in Kürze auf diesem Blog.

Grundsätzlich brachten die Studierendenvertreter*innen einen Wunsch nach mehr Transparenz in den gastronomischen Einrichtungen des Studierendenwerks vor. Eine Liste mit Lieferant*innen, die öffentlich einsehbar ist, könnte dafür der erste Schritt sein. Auch die Kalkulation der Preise für die Gerichte in den Mensen und Cafeterien, die sich wohl am Wareneinkauf orientiere, wäre interessant nachvollziehen zu können. Eine zuverlässige Auszeichnung von Allergenen, die auch für beispielsweise die Nachspeisen online einsehbar wäre, wurde außerdem erbeten. All diese Dinge sollen mit in die neue Website des Studierendenwerks implementiert werden. Eine elegante Möglichkeit, die eigenen Lieblingsrezepte weiterzugeben, soll so außerdem geschaffen werden. QR-Codes an den Mensa Standorten könnten es einfach und effizient ermöglichen, Rezeptideen zu äußern. Wir freuen uns also auf die neue Website und das nächste Semester!

Neben Vertreter*innen aus den Fachschaften und politischen Hochschulgruppen nahm auch das Referat für Ökologie an dem Gespräch teil und brachte einige Anliegen zum Thema Nachhaltigkeit mit ein. Neben einer Erweiterung von veganem Angebot im Nachhaltigkeitsmonat der Universität Bamberg wurde auch das Konzept der „Mensarevolution“ angesprochen. Die Kampagne, die sich für eine nachhaltige Transformation von Mensen einsetzt, wird aktuell vom Deutschen Studierendenwerk (DSW) ins Auge gefasst. Sollte sich beim DSW eine Positionierung dazu ergeben, wäre auch das Studierendenwerk Würzburg, das selbst schon viele Punkte der Strategie erfüllt, eingeschlossen. Außerdem wurde die Einführung eines Rebowl-Systems diskutiert, ebenso wie die Abgabe von überschüssigen Gerichten durch Konzepte wie “Too good to go”. Im neuen Semester soll es die Mehrwegboxen bereits geben. Ob sich ein Modell für überschüssiges Essen ab z.B. 14 Uhr findet, wird mit dem neuen Leiter des Studierendenwerks besprochen werden müssen.

Das Studierendenparlament hat dazu bereits eine Beschlusslage, mehr zu dem Thema findet ihr hier.

Ärger mit Flächennutzungsgebühren

Wie auch schon im letzten Gespräch war die Plattform CAMPUSDirekt wieder Thema. Diese verwaltet im Auftrag des Studierendenwerks Würzburg dessen Pachtflächen – etwa die Bereiche vor den Bamberger Mensen. Die Studierendenvertretung merkte an, dass insbesondere die Fachschaften Probleme mit der Nutzung dieser Flächen zum Kartenverkauf für ihre Veranstaltungen hätten. Entgegen der Zusicherung vom Studierendenwerk, dass studentische Initiativen die Flächen grundsätzlich kostenfrei nutzen können, fielen in letzter Zeit wieder vermehrt Fälle an, in denen die Plattform hohe Gebühren verlangt hätte. Das Studierendenwerk versprach, dem nachzugehen.

Icon der Studierendenvertretung Bamberg Eine Frau trägt ein T-Shirt mit der Aufschrift "Mental Health Matters".

Mental Health, Mensa und mehr!

19.01.2024 | Mensa, Nachhaltigkeit, Ombudsperson, Podcast, Sprachenzentrum, SpRat, Studentenwerk, StuPa

Letzte Woche fand die erste Sitzung des Studierendenparlaments im Jahr 2024 statt. Dies waren die Themen:

CO2-Berechnung in den Mensen

Wie zum Ende des letzten Jahres waren nun auch in der ersten Sitzung des Studierendenparlaments in diesem Jahr die Mensen ein Thema. Wie euch bestimmt aufgefallen ist, hing in den Wochen vor Weihnachten eine CO2-Berechnung zu den einzelnen Gerichten aus. Ziel war es, mehr Bewusstsein für die Klimaverträglichkeit der unterschiedlichen Gerichte zu schaffen.

Da die Aktion auf viel Aufmerksamkeit und Interesse seitens der Studierenden getroffen ist, wurde nun in einem neuen Antrag eine Fortführung gefordert. Außerdem wurde darum gebeten, eine zusätzliche Berechnung in Tonnen CO2-Äquivalenten einzuführen und insgesamt ausführlichere Informationen zur Berechnung zur Förderung von Transparenz und Akzeptanz zu geben. Wie das Studierendenwerk auf die Forderungen aus dem Studierendenparlament reagiert, berichten wir natürlich hier.

Ombudsperson für die Studierendenvertretung

Der Specher:innenrat hat im Gespräch mit der Unileitung ein Konzept für die Stelle einer Ombudsperson erarbeitet. Die Etablierung einer Ombudsperson wurde Ende der letzten Legislaturperiode gefordert. Sie soll die mentale Gesundheit der Engagierten in der Studierendenvertretung im Auge behalten. Dafür gibt es voraussichtlich eine Hilfskraftstelle.

Sprachenzentrum: Teilnehmendenzahlen sinken

Im Bericht aus dem Beirat des Sprachenzentrums wurde mitgeteilt, dass die Teilnehmendenzahlen in den Sprachkursen niedrig sind, mit weiter absteigenden Tendenzen.Weiterhin wurde darüber gesprochen, unsere Universität für Auslandsstudierende noch attraktiver zu machen. Dies soll mit mehr Kursen auf Englisch erreicht werden.

Podcast „News vom Kranen“

Das Referat für Kommunikation hat am Weihnachtsabend die erste Folge des neuen Podcasts „News vom Kranen“ veröffentlicht. Es wurden verschiedene Themen aus dem letzten Jahr aufgegriffen und persönliche Highlights und Lowlights diskutiert. Eine nächste Folge ist bereits aufgenommen und wird bald veröffentlicht; weitere Folgen sind in Planung. Hört gerne mal rein!