Icon der Studierendenvertretung Bamberg Ein Teller mit einem Nudelgericht steht auf einem Tisch.

Mensaumfrage: So isst Bamberg 2024

24.02.2024 | Austraße, Cafeteria, ERBA, Fekimensa, Mensa, SOWI, Studierendenwerk, Umfrage

Mehr vegane Gerichte und regionalere Produkte – diese und andere Forderungen werden immer wieder an das Studierendenwerk gerichtet, wenn es um die Bamberger Mensen und Cafeterien geht. Aber entspricht das auch der Einstellung der Studierenden? Eine Erhebung bringt jetzt etwas Licht ins Dunkel: 754 Personen nahmen zwischen dem 18. Dezember und dem 16. Januar an einer nicht repräsentativen Umfrage teil, die die Fachschaften und das Ökologiereferat unter der Federführung der Fachschaft Sozial- und Wirtschaftswissenschaften erstellt hatten.

Fekimensa am häufigsten besucht

In den Besuchszahlen liefern sich die beiden Bamberger Mensen ein Kopf-an-Kopf-Rennen. Unter den Befragten wurde die Fekimensa 439 Mal genannt, die Austraßenmensa nur 401 Mal. Ähnlich ist die Lage bei den drei Cafeterien. Hier konnte sich die ERBA-Cafeteria (159) knapp gegen die Feki-Cafeteria (151) und die Cafeteria am Markusplatz (145) durchsetzen.

Diagramm: Besuchszahlen der Mensen und Cafeterien (detailliert im Text)

Die Mehrzahl der regelmäßigen Mensakund:innen besuchen die Mensa ein- bis dreimal pro Woche. Bei den Cafeterien liegt die Besuchshäufigkeit bei ein- bis zweimal. 36,8 % der Befragten gaben an, nie eine Cafeteria zu besuchen.

Diagramm: Besuchszeiten (detailliert im Text)

Den ersten Ansturm erleben die Mensen und Cafeterien zwischen 11:30 und 12:45 Uhr. Eine kleine zweite Welle folgt zum Ende des nächsten Vorlesungsblockes um 13:45 Uhr. Trotz des hohen Andrangs gab die Mehrheit der Befragten an, dass die Wartezeit an der Essensausgabe und an den Kassen je weniger als fünf Minuten beträgt. Mit einer To-Go-Option, wie sie 60,2 % der Befragten wünschen, könnte die Attraktivität der Mensa noch einmal gesteigert werden.

Das kommt auf den Teller

Für einen Mensabesuch sind die Befragten im Schnitt bereit, 4,84 € auszugeben. Als durchschnittliche Ausgabe gaben sie ebenfalls 4,84 € an. Cafeteriakund:innen geben durchschnittlich 2,43 € aus bei einem Ausgabelimit von 2,69 €.

Diagramm: Mittlere Ausgaben und Budgets bei Mensa und Cafeteria (detailliert im Text)

Unter den Hauptgerichten erhielt die vegetarische Option den höchsten Zuspruch (Mehrfachnennungen möglich), gefolgt von veganen Hauptspeisen und Gerichten mit Fleisch oder Fisch. Suppe und Obst werden von den Befragten selten als Hauptspeise ausgewählt. Unter den Beilagen sind Kartoffelprodukte mit 150 Erwähnungen am beliebtesten. Sie liegen damit weit vor Reis (17 Erwähnungen) und Nudeln (15 Erwähnungen).

Diagramm: Beliebte Hauptspeisen (detailliert im Text)

46,6 % der Befragten gaben an, in der Mensa oder Cafeteria Getränke zu konsumieren – wenig überraschend waren dies vor allem Kaffee (136) und Mate (132). Spezi (73) und Wasser (40) wurden ebenfalls oft genannt. 103 Personen meldeten eine Allergie, am häufigsten gegen Laktose, Erdnüsse, sonstige Nüsse und Gluten.

Regional und fair hoch im Kurs

Ein eigener Abschnitt erkundete, welche Angebote den Befragten wichtig sind. Aussagen wie „Mir ist es wichtig, dass vorwiegend faire Produkte verarbeitet werden.“ konnten sie auf einer Skala von 1 („Stimme absolut nicht zu“) bis 6 („Stimme absolut zu“) bewerten. Während die Religion nur eine geringe Rolle bei der Speiseauswahl einnimmt, sind vegetarische und vegane Optionen der Mehrheit der Befragten wichtig bis sehr wichtig. Auch regionale und faire Produkte sind gefragt.

Diagramm: Meinungen zum Angebot (detailliert im Text)

Zuletzt konnten Teilnehmende verschiedene Aspekte im Allgemeinen bewerten. So zeigten sie sich mehrheitlich eher zufrieden mit der Abwechslung und dem Preis-Leistungs-Verhältnis. Die Sättigung und die Portionsgrößen wurden im Vergleich leicht schlechter bewertet. Knapp am positivsten sehen die Befragten den Geschmack der Speisen.

Disclaimer: Bei allen Angaben ist wie erwähnt zu bedenken, dass es sich hierbei nicht um eine repräsentative Umfrage handelt. Es ist nicht auszuschließen, dass neben Studierenden auch Angestellte der Universität teilgenommen haben. Außerdem dürften die Daten verschiedenen Bias unterliegen, etwa durch die Selbstselektion der Teilnehmenden.

Icon der Studierendenvertretung Bamberg Gläser mit Wasser und Limetten

Wo Wasser und Ketchup fließen

7.02.2024 | Mensa, Nachhaltigkeit, Studierendenvertretung, Studierendenwerk, Wohnheim

Vergangene Woche fand das Gespräch der Studierendenvertretung mit dem Studierendenwerk Würzburg in diesem Semester statt. Das waren die Themen.

So voll war es in der Cafeteria der Mensa an der Feldkirchenstraße selten. Über zwanzig Vertreter*innen der Studierendenvertretung trafen sich vergangenen Dienstag, um mit der Leitung des Studierendenwerks Würzburg zu sprechen. Dabei ging es um die Wohnheime, die Mensen und die Plattform CAMPUSdirekt. Wir blicken optimistisch ins nächste Semester.

Schöner Wohnen

Mit Abschluss der Erneuerung des Wohnheims in der Pestalozzistraße kamen einige Anliegen bei Studierenden auf, die das Schließsystem, Luftabzüge und den Einzug in die neuen Bauabschnitte betrafen. Diese gaben die Studierendenvertreter*innen an die Leitung des Studierendenwerks weiter und bekamen vielversprechende Antworten. So sollen ab April 2024 die neusten Appartments bezogen werden können. Um Mängel, die in den neueren Bauabschnitten jetzt schon bestünden, würde sich außerdem gekümmert. Wer an der Lautstärke seiner Lüftungsanlage verzweifelt, dem könne auch schnell geholfen werden: Eine kurze Meldung an den Hausmeister, ein paar Handgriffe und schon sollte die Situation besser werden. Was die Anliegen bezüglich des neuen Schlüsselsystem, das mit Induktion arbeitet, anging, hieß es, dieses sei gewöhnungsbedürftig, das sollte sich aber mit der Zeit geben.

Mehr Nachhaltigkeit und Transparenz in der Mensa

Den Hauptteil des Gesprächs bildete wieder einmal das Thema Gastronomie. Die Forderung vom Studierendenparlament nach Ketchupspendern statt Portionspackungen wurde erneut diskutiert. Eine Umsetzung sei bisher wohl doch noch nicht geplant gewesen, das Anliegen würde allerdings wieder mitgenommen werden. Viel elementarer wurde der Wunsch nach Wasserspendern in den Speisesälen angebracht, das Studierendenwerk äußerte dabei jedoch Sorgen um seinen Getränkeumsatz. Wie sehr der Wegfall von Einnahmen durch den Getränke-, genauer Wasserflaschenverkauf, den Umsatz beeinflussen würde, soll künftig evaluiert werden. Gegebenenfalls wäre dann ein Pilotprojekt mit Wasserspendern denkbar.

Dabei hilfreich werden könnte die Erhebung zur Nutzung der Mensa, die die Fachschaft Sozialwissenschaften (SOWI) Anfang des Jahres durchgeführt hatte. Die Umfrage erfasste Fragen nach Essenspräferenzen, Getränkekonsum, aber auch andere Themen wie den Betrag, den Studierende bereit wären für ihr Mittagessen zu zahlen. Die Ergebnisse findet ihr in Kürze auf diesem Blog.

Grundsätzlich brachten die Studierendenvertreter*innen einen Wunsch nach mehr Transparenz in den gastronomischen Einrichtungen des Studierendenwerks vor. Eine Liste mit Lieferant*innen, die öffentlich einsehbar ist, könnte dafür der erste Schritt sein. Auch die Kalkulation der Preise für die Gerichte in den Mensen und Cafeterien, die sich wohl am Wareneinkauf orientiere, wäre interessant nachvollziehen zu können. Eine zuverlässige Auszeichnung von Allergenen, die auch für beispielsweise die Nachspeisen online einsehbar wäre, wurde außerdem erbeten. All diese Dinge sollen mit in die neue Website des Studierendenwerks implementiert werden. Eine elegante Möglichkeit, die eigenen Lieblingsrezepte weiterzugeben, soll so außerdem geschaffen werden. QR-Codes an den Mensa Standorten könnten es einfach und effizient ermöglichen, Rezeptideen zu äußern. Wir freuen uns also auf die neue Website und das nächste Semester!

Neben Vertreter*innen aus den Fachschaften und politischen Hochschulgruppen nahm auch das Referat für Ökologie an dem Gespräch teil und brachte einige Anliegen zum Thema Nachhaltigkeit mit ein. Neben einer Erweiterung von veganem Angebot im Nachhaltigkeitsmonat der Universität Bamberg wurde auch das Konzept der „Mensarevolution“ angesprochen. Die Kampagne, die sich für eine nachhaltige Transformation von Mensen einsetzt, wird aktuell vom Deutschen Studierendenwerk (DSW) ins Auge gefasst. Sollte sich beim DSW eine Positionierung dazu ergeben, wäre auch das Studierendenwerk Würzburg, das selbst schon viele Punkte der Strategie erfüllt, eingeschlossen. Außerdem wurde die Einführung eines Rebowl-Systems diskutiert, ebenso wie die Abgabe von überschüssigen Gerichten durch Konzepte wie “Too good to go”. Im neuen Semester soll es die Mehrwegboxen bereits geben. Ob sich ein Modell für überschüssiges Essen ab z.B. 14 Uhr findet, wird mit dem neuen Leiter des Studierendenwerks besprochen werden müssen.

Das Studierendenparlament hat dazu bereits eine Beschlusslage, mehr zu dem Thema findet ihr hier.

Ärger mit Flächennutzungsgebühren

Wie auch schon im letzten Gespräch war die Plattform CAMPUSDirekt wieder Thema. Diese verwaltet im Auftrag des Studierendenwerks Würzburg dessen Pachtflächen – etwa die Bereiche vor den Bamberger Mensen. Die Studierendenvertretung merkte an, dass insbesondere die Fachschaften Probleme mit der Nutzung dieser Flächen zum Kartenverkauf für ihre Veranstaltungen hätten. Entgegen der Zusicherung vom Studierendenwerk, dass studentische Initiativen die Flächen grundsätzlich kostenfrei nutzen können, fielen in letzter Zeit wieder vermehrt Fälle an, in denen die Plattform hohe Gebühren verlangt hätte. Das Studierendenwerk versprach, dem nachzugehen.

Icon der Studierendenvertretung Bamberg Eine Frau trägt ein T-Shirt mit der Aufschrift "Mental Health Matters".

Mental Health, Mensa und mehr!

19.01.2024 | Mensa, Nachhaltigkeit, Ombudsperson, Podcast, Sprachenzentrum, SpRat, Studentenwerk, StuPa

Letzte Woche fand die erste Sitzung des Studierendenparlaments im Jahr 2024 statt. Dies waren die Themen:

CO2-Berechnung in den Mensen

Wie zum Ende des letzten Jahres waren nun auch in der ersten Sitzung des Studierendenparlaments in diesem Jahr die Mensen ein Thema. Wie euch bestimmt aufgefallen ist, hing in den Wochen vor Weihnachten eine CO2-Berechnung zu den einzelnen Gerichten aus. Ziel war es, mehr Bewusstsein für die Klimaverträglichkeit der unterschiedlichen Gerichte zu schaffen.

Da die Aktion auf viel Aufmerksamkeit und Interesse seitens der Studierenden getroffen ist, wurde nun in einem neuen Antrag eine Fortführung gefordert. Außerdem wurde darum gebeten, eine zusätzliche Berechnung in Tonnen CO2-Äquivalenten einzuführen und insgesamt ausführlichere Informationen zur Berechnung zur Förderung von Transparenz und Akzeptanz zu geben. Wie das Studierendenwerk auf die Forderungen aus dem Studierendenparlament reagiert, berichten wir natürlich hier.

Ombudsperson für die Studierendenvertretung

Der Specher:innenrat hat im Gespräch mit der Unileitung ein Konzept für die Stelle einer Ombudsperson erarbeitet. Die Etablierung einer Ombudsperson wurde Ende der letzten Legislaturperiode gefordert. Sie soll die mentale Gesundheit der Engagierten in der Studierendenvertretung im Auge behalten. Dafür gibt es voraussichtlich eine Hilfskraftstelle.

Sprachenzentrum: Teilnehmendenzahlen sinken

Im Bericht aus dem Beirat des Sprachenzentrums wurde mitgeteilt, dass die Teilnehmendenzahlen in den Sprachkursen niedrig sind, mit weiter absteigenden Tendenzen.Weiterhin wurde darüber gesprochen, unsere Universität für Auslandsstudierende noch attraktiver zu machen. Dies soll mit mehr Kursen auf Englisch erreicht werden.

Podcast „News vom Kranen“

Das Referat für Kommunikation hat am Weihnachtsabend die erste Folge des neuen Podcasts „News vom Kranen“ veröffentlicht. Es wurden verschiedene Themen aus dem letzten Jahr aufgegriffen und persönliche Highlights und Lowlights diskutiert. Eine nächste Folge ist bereits aufgenommen und wird bald veröffentlicht; weitere Folgen sind in Planung. Hört gerne mal rein!

Icon der Studierendenvertretung Bamberg Fleisch auf Eis

Manche Gerichte leben vom Fleisch

1.06.2023 | Amnesty, ERBA-Cafeteria, Mensa, Semesterticket, Studentenwerk, StuPa

Zuletzt hatte das Studierendenparlament vielseitige Kritik am Studentenwerk geäußert. Im Gespräch mit der Studierendenvertretung bezog das Studentenwerk am 24. Mai Stellung zu den Forderungen und Beschwerden und verteidigte das Angebot an Fleisch. Außerdem gab es Updates zur aktuellen Lage des Studentenwerks.

Keine rosigen Zeiten

Einfach ist die Lage des Studentenwerks aktuell freilich nicht. Der allgemeine Personalmangel in der Branche sei gemäß Geschäftsführer Michael Ullrich eine Katastrophe, die alle bayerischen Studentenwerke trifft. Um attraktiver zu werden, setze man inzwischen nicht mehr auf Saisonarbeit. Bei der Vergütung sei man jedoch an den Tarifvertrag gebunden, der erst im Herbst neu verhandelt wird. Zudem sei der Krankenstand nach wie vor hoch.

Dazu kommt, dass die Umsätze um 21 bis 40 Prozent im Vergleich zu 2019 eingebrochen sind. Nur eine Mensa des Studentenwerks schreibt aktuell schwarze Zahlen. Auch dieses Problem sei bei anderen Studentenwerken ähnlich. Die Landes-ASten-Konferenz, die die bayerischen Studierendenvertretungen vereint, fordert deshalb unter anderem eine Erhöhung der Zuschüsse.

Mensen offen halten, wo es geht

Aktuell agiere das Studentenwerk nach der Devise, den Status Quo bestmöglich aufrechtzuerhalten. Dafür können Einrichtungen auch einmal früher schließen und später öffnen. „Irgendeinen Tod muss man sterben“, befand Gregor Henneberger, Leiter der Abteilung Hochschulgastronomie. Die Essensausgabe am Markusplatz, die finanziell einkalkuliert sei, können aktuell nicht stattfinden, da hierfür schlicht das Personal fehle.

Auf die Forderung nach einer vegan-vegetarischen ERBA-Cafeteria antwortete das Studentenwerk mit folgendem Plan: Das Essen solle an zwei Tagen vegan, einmal vegetarisch und einmal mit Fleisch zubereitet werden. Gänzlich auf Fleisch zu verzichten ginge aufgrund des Allgemeinversorgungsauftrags nicht. Und Fleisch komponentenweise dazuzureichen – dazu kommentiert das Studentenwerk: „Manche Gerichte leben vom Fleisch.“ Außerdem sei der logistische und hygienerechtliche Aufwand in der kleinen Cafeteria größer, als die Studierenden dies wahrnähmen.

Entgegen dem Eindruck der Studierendenvertretung seien außerdem die Portionsgrößen nicht verändert worden. Es wurde gebeten, eine Liste mit den Gerichten zu erstellen, die als nicht sättigend betrachtet werden. Einsendungen nimmt die Studierendenvertretung gern unter dieser Email-Adresse entgegen.

Semesterticket: Ein Verhandlungsdesaster?

Auf starken Widerspruch traf die Positionierung des Studierendenparlaments, die die Verhandlungen zum Upgrade auf das 49-Euro-Ticket als desaströser Fehlschlag bezeichnete. Verhandlungspartner seien hierbei die Stadtwerke gewesen, die die Upgrade-Lösung nicht umsetzen könnten. Dafür fehle die eigene Ticketverkaufsinfrastruktur. Die Studierenden sollten sich nicht beim Studentenwerk beschweren, sondern bei der Stadtverwaltung und den Stadtwerken lobbyieren.

Da kurz vor dem Gespräch medial über ein mögliches bundesweites Pflicht-Semesterticket berichtet wurde, war auch dies Thema. Der freie zusammenschluss von student*innenschaften, der die Studierenden auf Bundesebene vertritt, hat die fehlende Beteiligung der Studierenden an den Verhandlungen bereits stark kritisiert.

Zwischen dem Studentenwerk und der Studierendenvertretung bestand Konsens darüber, dass dieses Ticket nicht für alle Bamberger Studierenden attraktiv wäre. Sollte das bisherige Semesterticket dafür jedoch erst einmal abgeschafft werden, ist die Wahrscheinlichkeit gering, es zu den bisherigen Konditionen erneut auszuhandeln

Ein paar Lichtblicke

Es wurde erneut angekündigt, dass ein Testmonat stattfinden solle, in dem der CO2-Fußabdruck der Gerichte ausgeschildert werde. Dabei wolle man den Effekt auf das Kaufverhalten messen. Von der Studierendenvertretung war dies bereits vor einiger Zeit eingefordert worden.

Die neuen Blöcke des Wohnheims in der Pestalozzistraße sollen ab dem Wintersemester, spätestens aber ab April bezogen werden, sofern es genügend Bewerber:innen gibt. Die Kaltmiete wird mit 255 Euro höher als geplant ausfallen, weil Kapitalmarktmittel aufgenommen werden mussten. Das Studentenwerk geht allerdings davon aus, dass das Wohnheim nicht direkt voll besetzt wird. Es will prüfen, ob ein außerplanmäßiger Wechsel in die neuen Blöcke für bestehende Mietverträge ermöglicht werden kann.

Die Ketchupspender, die das Studierendenparlament zuletzt forderte, sollen bis Ende des Semesters eingeführt werden.

Zur Frage nach Raum für studentische Stände, die im Zuge der Amnesty-Debatte aufkam, gab das Studentenwerk bekannt, dass Stände der Studierendenvertretung ohne Entgelt erlaubt werden sollen, auch wenn es dabei um Ticketverkäufe gehe. Ansprechpartner sei direkt das Studentenwerk, falls der Dienstleister CampusDirekt hier anderweitig urteilen sollte.

Icon der Studierendenvertretung Bamberg Leere Cafeteria

StuVe meets StuWe: Unser Gespräch mit dem Studentenwerk Würzburg

5.12.2022 | Mensa, psychotherapeutische Beratung, Semesterticket, Studentenwerk, Studierendenvertretung, Wohnheim

Ob Mensa, Wohnheim, Semesterticket oder psychotherapeutische Beratung – für viele Bereiche an der Universität ist gar nicht die Uni Bamberg, sondern das Studentenwerk Würzburg zuständig. Wie jedes Semester traf sich die Studierendenvertretung mit der Leitung des „Studiwerks“, diesmal am 21.11. zum ersten Mal seit langem in Präsenz. Wir waren auch dabei.

Semesterticket oder 49 Euro?

Gleich zu Beginn des Gesprächs ging es um ein altbewährtes Thema, mit dem sich die Studierendenvertretung schon lange beschäftigt: Das Semesterticket. Jüngste Entscheidungen der Bundespolitik sorgten dafür, dass wieder heiß diskutiert wurde. Wird das sog. „Deutschlandticket“ für 49 Euro, wie sein deutlich günstigeres Pilotprojekt wieder mit dem Semesterticket verrechnet werden, dieses eventuell sogar ablösen? Diese Frage konnte das Studentenwerk entschieden verneinen. Auch weiterhin soll an der Universität Bamberg ein eigenes Semesterticket angeboten werden. Für Studierende, die das Deutschlandticket nutzen wollen, wird es diese Möglichkeit frühestens ab April geben. Zu welchen Bedingungen ist bislang unklar.

Hoffnung geben jedoch die Überlegungen zu einem „Bildungsticket“, das mit einem deutlich größeren Geltungsbereich für 29 Euro im Monat das bisherige Semesterticket ab dem Sommersemester 2023 ablösen könnte. Ob und wie dieses jedoch umgesetzt wird, dazu hielt sich das Studentenwerk bedeckt.

Studieren wird teurer

Gestiegene Energiekosten in den Gebäuden, die Gaspreiserhöhung und die Inflation sind auch am Studentenwerk nicht spurlos vorbeigegangen. Eine Entwicklung, die sich auch auf den Grundbeitrag für Studierende auswirken wird. Wie und wann genau die Erhöhung kommt steht noch nicht fest, im Gespräch seien aber bis zu 20 Euro. Fest steht, der Beitrag wird nicht von heute auf morgen steigen. Im Januar soll es erste Vorschläge geben.

Ohne Nachfrage keine Beratung

Für Gesprächsstoff sorgte auch die Neuigkeit aus der Vertreterversammlung des Studentenwerks, dass die Sozialberatung an der Uni Bamberg neu besetzt und aufgrund fehlender Nachfrage vollständig nach Würzburg verlegt wurde. Sprechstunden sollten jedoch weiterhin auf Anfrage in Bamberg möglich sein, falls sich der Bedarf wieder erhöhen sollte. Der Ursache für den geringen Bedarf an Sozialberatung schrieben die Studierendenvertreter*innen die mangelnde Bekanntheit der Stelle unter Studierenden zu. Diese spiegelte sich unter anderem in der Verwunderung einiger Gesprächsteilnehmenden, die an diesem Punkt zum ersten Mal von einer solchen Beratung Kenntnis nahmen.

Dies führte zu einem Austausch darüber, ob dieses und andere beratende Angebote des Studentenwerks, insbesondere die psychotherapeutische Beratungsstelle, besser bekannt gemacht werden sollten unter Studierenden. Hier war es den Studierendenvertreter*innen ein besonderes Anliegen, dass jede*r Student*in, die Hilfe benötigt, Kenntnis von und Zugang zu der Beratungsstelle hat. Dabei dürfe die Auslastung der Stelle nicht im Wege stehen. Wie stark die Stelle momentan frequentiert ist, evaluiert das Studentenwerk und reicht dies der Studierendenvertretung nach. Wir bleiben gespannt.

Falls ihr oder eine Person, die euch nahe steht, mit psychischen Problemen zu kämpfen hat, findet ihr die psychotherapeutische Beratung hier.

Länger sitzen, besser essen

Mit seinen Cafeterien und Mensen bestimmt das Studentenwerk einen wesentlichen Teil im studentischen Alltag: Das Essen. Deswegen waren es gleich mehrere Anliegen, die die StuVe an das Studentenwerk herantrug. Für die Mensen gilt künftig, dass die Essensausgabe bis mindestens viertel nach zwei möglich ist. So soll Studierenden ermöglicht werden, nach Vorlesungsende um 13:45 noch eine warme Mahlzeit einnehmen zu können.

Schlechter sieht es bei den Cafeterien aus. Aufgrund fehlender Nachfrage schlug das Studentenwerk die Bitte nach Öffnungszeiten bis 17 Uhr aus. Ein besonders den Humanwissenschaftler*innen wichtiges Anliegen, in der Cafeteria am Markusplatz wenigstens für die Mittagszeit zwischen den Vorlesungen ein warmes Gericht zur Verfügung zu haben, wurde ausführlich diskutiert. Die Dringlichkeit des Anliegens lässt zumindest auf einen Versuch hoffen.

Ein altbewährtes Thema war hierbei die Art des Essens, das angeboten werden soll. Während die Studierendenvertretung darauf pochte, dass in beiden Mensen jeden Tag mindestens ein veganes Gericht angeboten wird, das nicht signifikant teurer als ein Gericht mit Fleisch sein dürfe, verwies das Studentenwerk auf die deutlich höheren Einkaufspreise für vegane Produkte. Eine Antwort auf die Frage, woher dieses so günstige Fleisch komme, steht noch aus und soll nachgereicht werden. Was den Preis angeht konnte eine Übereinstimmung darüber getroffen werden, den von veganen und vegetarischen Gerichten denen mit Fleisch anzunähern. Dies soll durch eine Mischkalkulation oder die Verwendung einfacher Zutaten, die von Natur aus keine tierischen Erzeugnisse enthalten, erreicht werden. Außerdem möchte das Studentenwerk in Zukunft mehr darauf achten, Angaben von Inhaltsstoffen exakter und auch bei kurzfristig auf dem Speiseplan erscheinenden Gerichten anzugeben.

Der einen oder anderen mag es schon aufgefallen sein, dass einige Getränke- und Snackautomaten mysteriöserweise vom Universitätsgelände verschwunden sind. Dies liegt, so das Studentenwerk, am Vertragsende des ehemaligen Zulieferers und der damit verbundenen Neuausschreibung, im Zuge derer die Automaten auf ihre Wirtschaftlichkeit geprüft und gegebenenfalls abgebaut wurden. Die Gute Nachricht: Alle Automaten, die jetzt noch zu finden sind, sollen bleiben. Außerdem wird über einen neuen Automaten in der Kärntenstraße nachgedacht. Wir halten die Augen offen!

Digitalisierung kommt auch im Wohnheim an

Im Vorfeld des Gesprächs sammelte der Sprecher*innenrat, neben weiteren Themenvorschlägen, insbesondere bei Bewohner*innen und Tutor*innen der Wohnheime des Studentenwerks Fragen und Anliegen. Vorallem aus den Wohnheimen in der Innenstadt wurden zahlreiche Beschwerden weitergegeben. So gab es in der Vergangenheit häufig Probleme bei der Meldung und der zeitnahen Bearbeitung von Schäden. Dem soll ab Anfang 2023 ein zentrales online Reperaturformular entgegenwirken, durch das Bewohner*innen Mängel direkt melden und den Status der Reparatur einsehen können. Dies soll das schnelle Reagieren und die Koordination beteiligter Anlaufstellen verbessern. Außerdem soll das Wohnheim in der Keßlerstraße in den nächsten Jahren saniert werden. Den Bewohner*innen wird ein Platz in einem anderen Wohnheim zugesichert. Dazu soll auch das renovierte Wohnheim in der Pestalozzistraße zählen, das zum Wintersemester 2023/24 seine Toren für über 200 Bewohner*innen öffnen soll.

Ihr habt Anliegen, Fragen oder Wünsche für das Studentenwerk? Schreibt dem Sprecher*innenrat unter sprat.stuve@uni-bamberg.de oder wendet euch direkt an das Studentenwerk Würzburg.